In unregelmässigen Abständen erzählen artiazza Künstler in einem Gastbeitrag etwas über ihre Leidenschaft und was sie bewegt. In diesem Beitrag reflektiert Luka Peters kritisch darüber, was es bedeutet, wenn Kunst zum Investitionsgut wird, weshalb sich ein weltberühmter Künstler nicht unbedingt nur darüber freuen kann, wenn sein Kunstwerk für einen zweistelligen Millionenbetrag verkauft wird und was all das mit dem artiazza Modell zu tun hat.

„Durch die Decke“, „Jahrhundertpreis“ und andere Superlative begleiteten das Auktionsergebnis des Jahres 2018. David Hockneys „Portrait of an Artist Pool with two figures“ wurde Mitte November bei Christies in New York für 90,3 Millionen US-Dollar versteigert. Der Vorbesitzer, ein anonymer Brite, hatte das Bild in die Auktion gegeben, ohne einen Mindestpreis festzulegen. In der Auktionswelt bedeutet das, dass der Verkäufer sich sicher ist, mehr als den Schätzwert der Sache zu erhalten. Dieser lag bei dem Bild vor der Auktion bei immerhin auch schon 80 Millionen US-Dollar.
Mit dem Auktionsergebnis erreicht Hockneys Bild den bislang höchsten Preis für das Werk eines lebenden Künstlers. Jeff Koons sass zuvor auf diesem zweifelhaften Thron.

Das Auktionsergebnis ist besonders interessant in mehrerlei Hinsicht. 1972 hat Hockneys damaliger Galerist das Bild für $ 20’000 verkauft. Ich kann mir richtig vorstellen, wie der noch junge Hockney sich gefreut hat und mit seinem Galeristen eine Flasche Champagner öffnete. Kurz darauf verkaufte der Käufer des Gemäldes es bereits weiter, und zwar für $ 50’000. Über die Jahre und Jahrzehnte ist der Preis stetig höher geklettert, bis zu den nun sensationellen $ 90,3 Millionen, ohne dass dabei direkt ein Teil des Erlöses an den Künstler geflossen sei.

Das Beispiel zeigt auf drastische Weise, wie das Kunstgeschäft läuft: Mit Kunst wird gehandelt, es wird zum Investitionsgut, die Kunstschaffenden aber haben von steigenden Werten keinen Vorteil. Wer so berühmt ist wie Hockney hat dennoch viele weitere Möglichkeiten und so ist er kein armer Künstler. Für den Grossteil der Kunstschaffenden aber fallen nur Krümel ab, während sich andere die grossen Sahnestücke nehmen.

Das ist der eine Teil der Geschichte. Der andere Teil führt uns deutlich vor Augen, wie wenig die Kunst noch Kunst ist, wenn sie zum Investitionsobjekt wird. Und wie vollkommen abgehoben und lebensfremd einige Menschen leben, die in einem einzelnen Werk mehr finanzielle Mittel anlegen, als viele Staaten der Welt ihr jährliches Budget nennen.

Und drittens: Wenn Kunstwerke von Superreichen oder deren Investmentkonsortien als Spielgeld, ausserbörsliche Vermehrungsstrategie oder unversteuerte Geldzwischenlagestätte nutzen, „verschwinden“ diese Werke aus der Öffentlichkeit.

Oft bleiben die erfolgreichen Käufer anonym. Das Bild, oder jedenfalls das Original, wird nun wieder für einige Zeit nicht in einem öffentlichen Museum hängen mit dem Schild versehen: „Courtsy of …“.

Eine Demokratisierung des Kunstmarkts, wie artiazza sie mit dem artiazza Modell anstrebt, sorgt für die kontinuierliche Gewinnbeteiligung der Kunstschaffenden an den Verkaufserlösen. Mit jedem Wiederverkauf wird der Mensch, der das Werk geschaffen hat, beteiligt. artiazza hat dafür eindeutige IDs für jedes Werk eingeführt. Neben der ID ist aber auch noch die Ehrlichkeit der Verkaufenden nötig, die damit ihren Respekt den Kunstschaffenden gegenüber ausdrücken.

Bist du auch artiazza Künstler und möchtest einen Gastbeitrag in unserem Blog veröffentlichen? Schicke uns deine Idee an info@artiazza.com. Wir freuen uns auf deine Nachricht.

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