Hast du dich schon einmal gefragt, warum einige Künstler von Kunst leben können und andere nicht? Antworten auf diese Fragen liefert das Buch Real Artists don’t starve von Jeff Goins, dessen Kernaussagen wir in diesem Beitrag für dich zusammengefasst haben.

Aussage #1: Jeder kann ein Künstler sein und wahre Künstler wissen, wie man stiehlt

Denken wir an einen Künstler, sehen viele Menschen eine Person vor sich, die kaum Geld hat und nicht von Kunst leben kann. Die Medien haben ihren Teil dazu beigetragen, dass die meisten dieses Bild mit dem Begriff Künstler assoziieren. Dies hält auch viele Menschen mit kreativem Potenzial davon ab, es zu verwirklichen.

Zwei falsche Annahmen von Künstlern sind jedoch:

  • dass sie mit natürlichem Talent geboren wurden
  • dass ihre Kunst Originales, im Sinne von Neues, sein muss

Ein guter Künstler ist nicht gut, weil er mit Talent gesegnet wurde. Ein guter Künstler wurde gut, weil er mit Entschlossenheit und Ausdauer an die Sache heranging.

So auch John Grisham, ein Anwalt, der jeden Tag bis zu einer Stunde an einem Buch schrieb und schliesslich seinen Roman A time to Kill veröffentlichte, der später zu einem Bestseller wurde.

Genauso wenig, wie ein Künstler auf Talent bauen kann, sollte er darauf erpicht sein, nur Originales zu erschaffen. Ein guter Künstler muss die Kunst des Stehlens kennen. Oder, wie es Picasso bereits sagte:

Good artists copy, great artists steal.

Stehlen bedeutet nicht, faul sein und nichts Eigenes hervorbringen. Es bedeutet vielmehr, von anderen abschauen und es weiterentwickeln, vielleicht sogar besser zu machen.

Aussage #2: Aufstrebende Künstler sind beides: Demütig und hartnäckig

Obwohl das Bild des hungernden Künstlers nicht stimmt, heisst es noch lange nicht, dass es einfach ist, ein Künstler zu sein. Ein Künstler muss durch harte Zeiten gehen und erfährt Zurückweisung. Deshalb muss er eine Hartnäckigkeit besitzen, um solche Zeiten zu überwinden.

Glücklicherweise scheint gerade Hartnäckigkeit eine Eigenschaft zu sein, die viele Künstler natürlicherweise besitzen. Der Psychologe Paul torrance glaubt gar, dass die meisten kreativen Köpfe Querdenker sind, die sich nicht in irgendwelche Muster zwängen lassen.

Eine andere wichtige Qualität eines Künstlers ist die Demut. Dieses Gefühl bringt ihn dazu, mehr lernen zu wollen. Ein Grund nämlich, warum das Bild des hungernden Künstlers existiert ist, weil Künstler, welche glauben, alles zu wissen, schliesslich Bankrott gingen.

Der aufstrebend Künstler jedoch versuchen ihre Fähigkeiten stetig zu verbessern – so wie Michelangelo, als er vom bekannten Maler Domenico Ghirlandaio lernte.

Von Kunst leben - Michelangelo war erpicht drauf, seine Fähigkeiten stets zu verbessern

Michelangelo war erpicht drauf, seine Fähigkeiten stets zu verbessern (Bild: Creation of Adam).

Aussage #3: Künstler werden erfolgreich, indem sie einer Szene beitreten und Beziehungen zu Kollegen und Förderern pflegen

Eine weitere Vorstellung eines Künstlerdaseins ist diejenige des einsamen Künstlers – eine sehr romantische, jedoch verfehlt. Genialität entspringt nämlich selten aus einem Vakuum.

Was einem Künstler mehr hilft, sind interssante Beziehungen in bereichernden Gemeinschaften mit Menschen, die sich gegenseitig inspirieren und unterstützen (wie beispielsweise artiazza).

So haben beispielsweise Ernest Hemingway und James Joyce sowie viele andere Künstler damals in Paris in der gleichen Nachbarschaft gelebt und gearbeitet.

Ähnlich Michelangelo, der an Projekten gearbeitet hat, die so gross waren, dass er sie selbst nicht bewältigen konnte. Also hat er mit Gleichgesinnten gearbeitet und war deren Projektleiter.

Michelangelo wusste auch, wie wichtig es war, Beziehungen zu Förderern aufzubauen. Dies konnten Kritiker oder Trendsetter sein oder andere, welche seine Karriere auf irgendeine Weise vorwärtsbringen konnten.

Aussage #4: Der aufstrebende Künstler teilt und interagiert mit seinem Publikum

Ein Publikum für seine Kunst zu finden, ist sehr wichtig für einen Künstler. Heute ist das zum Glück viel einfacher. Vielen Künstlern gefällt die Vorstellung nicht, sich selbst zu vermarkten. Doch dank dem Internet gibt es heute zahlreiche Wege, es natürlicher und authentischer zu tun.

Beispielsweise, indem ein Künstler sein Publikum regelmässig auf seinen Social-Media-Kanälen über neue Kunstwerke informiert oder mit einem Newsletter über bevorstehende Veranstaltungen und Neuigkeiten.

Ein gutes Publikum nützt einem Künstler nicht nur im kommerziellen Sinn etwas, sondern hilft ihm auch, besser zu werden.

Aussage #5: Hör damit auf, gratis zu arbeiten und bleibe Eigentümer deiner Werke

Eine der schlechtesten Gewohnheiten, der ein Künstler verfallen kann, ist, gratis zu arbeiten. Um ein aufstrebender und kein hungernder Künstler zu werden, musst du dir die Denkweise antrainieren, dass du ein wahrer Künstler bist und dass deine Kunst ihr Geld wert ist.

Indem du das tust, wertest du nicht nur deine Arbeit auf, sondern das Künstlerhandwerk als solches – dafür hat bereits Michelangelo gekämpft. Ein erster Schritt, diese Denkweise zu entwickeln besteht darin, dich selbst einen Künstler zu nennen.

Ein weiterer wichtiger Punkt für den Erfolg eines Künstlers besteht darin, stets Eigentümer seiner Werke zu bleiben. Viele Künstler machten den Fehler, am Anfang ihrer Karriere, dieses Eigentum für wenig Geld aufzugeben – und haben dies später, als sie erfolgreich wurden, bitter bereut.

Das Folgerecht, das diesem Problem entgegenwirken würde, wird leider kaum irgendwo umgesetzt – ein Grund, weshalb wir das artiazza Modell etablieren.

Aussage #6: Die neue Renaissance ist da mit Künstlern, die viele Fähigkeiten haben und nicht hungern, weil sie Künstler sind

Häufig wird eine Person, die sich einer bestimmten Fähigkeit verschrieben hat, als erfolgreicher wahrgenommen als eine, die vielen verschiedenen Fähigkeiten nachgeht. In der Renaissance war das anders: Damals war ein typischer Renaissance Mann ein Mensch, der viele Fähigkeiten trainierte und in vielen Bereichen arbeiten konnte.

Diesen Menschen sehen wir heute je länger je mehr. Künstler von heute wollen nicht nur eine Spezialisierung zu haben. Sie interessieren sich auch für andere Bereiche, was nicht nur die Arbeit, sondern auch das Leben bereichert.

 

Dies waren die Kernaussagen des Buches Real Artists don’t starve von Jeff Goins.

Sag uns deine Meinung dazu? Findest du, die Kernaussagen treffen den Nagel auf den Kopf? Hast du eigene Beispiele, welche die Argumente des Buches untermauern oder widerlegen? Teile uns deine Meinung in den Kommentaren mit.

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