In Basel dreht sich diese Woche alles um Kunst: an der Art Basel werden Kunstwerke von bekannten Künstlern und aufstrebenden Jungtalenten gezeigt. Wir besuchten die Ausstellung zusammen mit Dr. Marcos Garcia Pedraza, einem langjährigen Kunstexperten, und sind einfach begeistert! Hier sind 4 Gründe, warum du die Art Basel auf jeden Fall besuchen solltest.

Das Messegelände der Art Basel 2017

Das Messegelände der Art Basel 2017

Nr. 1: Die Atmosphäre

Die Kunstszene wirkt oft elitär und ist meistens nur einer kleinen Expertengruppe zugänglich. Während der Art Basel verwandelt sich die Schweiz aber für kurze Zeit in das Zentrum der Kunstwelt. Auf kleinstem Raum präsentieren fast 300 der bekanntesten Galerien die Kunstwerke von mehr als 4’000 Künstlern. Zahlreiche Fans reisen für diese Ausstellung jedes Jahr hierher, um die neuesten Entdeckungen der Kunstwelt zu sehen und einmal die teuren Kunstwerke in echt zu bestaunen.

Für uns war es der erste Besuch an der Art Basel, und diese besondere Atmosphäre hat uns sofort gepackt. Man taucht ein in diese sonst so verborgene Welt und hört fasziniert zu, wenn andere Besucher lebhaft über die Maltechnik eines Künstlers diskutieren. Und wenn ein interessierter Besucher dann von einem Galeristen in den versteckten kleinen, abgetrennten Raum hinter der Ausstellung geführt wird, hätten wir nur allzu gerne gewusst, welche exklusiven Werke sich dort verbergen.

Nr. 2: Die Besucher

Durch die Gänge der Ausstellungen drängen sich Kunstexperten, Künstler, Sammler, Laien, Galeristen und viele mehr. An einem Tisch wird gerade auf ein erfolgreiches Geschäft angestossen, am anderen noch über den Preis und wichtige Details verhandelt. In der Lounge sitzen zwei Herren, die mit ihren kahlrasierten Köpfen und den farbenfrohen, identischen Outfits jedes Jahr wieder an der Art Basel mit dabei sind, und selbst beinahe als Kunstwerke gelten.

Wir haben uns immer gefragt, wie der typische Besucher der Art Basel aussieht. Tatsächlich gibt es diesen jedoch eigentlich gar nicht. Von chic gekleideten Damen und Herren bis hin zu lässig angezogenen Künstlern in Turnschuhen findet man alle an der Art Basel, Der Präsident der Eidgenössischen Kunstkommission trug Jeans und T-Shirt, während wir die Künstler oftmals kaum von den elegant gekleideten Besuchern unterscheiden konnten. Dieses Unwissen, wer die anderen Besucher der Art Basel wohl sind, macht die Ausstellung nur noch spannender.

Nr. 3: Die Kunst

Natürlich sind alleine schon die zu bestaunenden Kunstwerke Grund genug, die Art Basel zu besuchen. Neben jungen lokalen Künstlern, die durch ihre Arbeiten das Interesse der Jury geweckt haben, gibt es Bilder von bekannten Künstlern wie Joan Miró oder Pablo Picasso zu bewundern. Nicht vorhandene Preisschilder der Kunstwerke strahlen einen Hauch von Exklusivität aus, während flauschige Fell-Pantoffeln als Design-Neuheit in der Mode ausgezeichnet werden. Die Wände sind weiss oder oft sogar aus Beton, wodurch die Gemälde und Skulpturen noch besser zur Geltung kommen.

Live-Performance: Die Form der Skulptur verändert sich während der Ausstellung. "Sutter’s Mill" von Jason Rhoades

Live-Performance: Die Form der Skulptur verändert sich während der Ausstellung. „Sutter’s Mill“ von Jason Rhoades

Einige Werke beinhalten zusätzlich auch eine Live-Performance, bei der beispielsweise eine Metall-Konstruktion auf einer Seite auseinandergebaut und gerade am anderen Ende wieder weitergebaut wird. Dadurch verändert sich das Kunstwerk mit der Zeit und wirkt auf jeden einzelnen Besucher anders. Im nächsten Raum befinden sich in einem grossen „Sandkasten“ zwei mit Farbe bemalte Figuren. Diese führen eine vom Künstler genau festgelegte Abfolge von Handlungen durch. Als Zuschauer bleibt man verwundert stehen und schaut gebannt zu, was die Figuren wohl als Nächstes tun werden.

Frau, Hund und Ohrensessel: „Ear Sofa; Nose Sconces with Flowers (in Stage Setting)“ John Baldessari.

Ein Gewitter aus Kreide auf einer Tafel: "When first I raised the Tempest" von Tacita Dean.

Ein Gewitter aus Kreide auf einer Tafel: „When first I raised the Tempest“ von Tacita Dean.

Nr. 4: Die Sonderausstellungen

Rund um die Art Basel finden auch zahlreiche Sonderausstellungen statt. Hier eine kleine Auswahl unserer Favoriten:

Das Magnetfeld der Erde als Landschaft: Installation "Mirage" von Ralf Baecker, 2014

Das Magnetfeld der Erde als Landschaft: Installation „Mirage“ von Ralf Baecker, 2014

  • Das House of Electronic Art (HeK) zeigt eine Sammlung aus Kunst, bei welcher die Technologie eine wichtige Rolle spielt. Realistische Masken geben Unbekannten ein Gesicht, kreiert aus DNA von ihren weggeworfenen Zigarettenstummeln oder Kaugummis. Ein weiterer Künstler hat basierend auf dem sich verändernden Magnetfeld der Erde eine synthetische Landschaft kreiert.
  • Sammler und Fans von Vintage Möbel kommen an der Design Miami/ Basel auf ihre Kosten. Die Ausstellung zeigt die bekanntesten Designer-Möbel aus dem 20. und 21. Jahrhundert. Wer also einmal einen Le Corbusier-Sessel sehen möchte, für den ist diese Ausstellung ein Muss.
  • Scope Basel offeriert Besuchern seit 11 Jahren einen einzigartigen Einblick in die internationale zeitgenössische Kunstwelt. Von Star Wars bis Tattoos gibt es hier die unterschiedlichsten Werke zu bestaunen.

 

Die Kunstwerke an der Art Basel einmal live erleben – es war ein absolutes Highlight für uns! Die Ausstellung ist noch bis Sonntag 18. Juni 2017 täglich von 11.00 Uhr bis 19.00 Uhr geöffnet. Alle wichtigen Informationen für euren Besuch gibt es hier auf der offiziellen Webseite der Art Basel.

Wart ihr auch an der Art Basel oder habt weitere Tipps, was man unbedingt anschauen muss? Dann freuen uns über eure Kommentare.

 

Quellen: Die Fotos in diesem Beitrag sind offizielle Presse und Künstler-Fotos der Art Basel, des HeK oder eigene Fotoaufnahmen.

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